Alle Themen · Thema 1 von 9 · im Kurs: Modul 1
Wie der Körper Fett verbrennt
Brennstoffwechsel, Insulin, Mitochondrien und Muskeln
Von Andreas Lerch, Diplom-Sportwissenschaftler Univ., Technische Universität München · Stand der Quellenprüfung: 12.10.2026
Wissen, keine Behandlung: Änderungen bei Ernährung, Fasten, Training oder Präparaten sprichst du vorher ärztlich ab, vor allem bei Vorerkrankungen, Medikamenten, Schwangerschaft oder Stillzeit.
Je intensiver du dich belastest, desto mehr Energie kommt aus Kohlenhydraten. Ausdauertraining verschiebt den Anteil bei leichter bis mittlerer Belastung in Richtung Fett.
Einordnung: Das sogenannte Crossover-Konzept ist ein Erklärungsmodell, das viele Einzelstudien zusammenführt. Es ist keine Trainingsanweisung.
ÜbersichtsarbeitBrooks, G.A. & Mercier, J. (1994). Balance of carbohydrate and lipid utilization during exercise: the "crossover" concept. J Appl Physiol 76(6), 2253-2261. Quelle öffnen
Insulin bremst die Freisetzung von Fett aus dem Fettgewebe. In einer Messstudie an 27 Frauen sprach diese Bremse bei Übergewicht schlechter an als bei Normalgewicht.
Einordnung: Eine kleine Studie zu einem Mechanismus. Sie ist kein Grund, Kohlenhydrate oder Insulin zu fürchten.
LaborstudieJensen, M.D. et al. (1989). Influence of body fat distribution on free fatty acid metabolism in obesity. J Clin Invest 83(4), 1168-1173. Quelle öffnen
Bei Insulinresistenz wechselt die Muskulatur schlechter zwischen Fett und Zucker als Brennstoff. Fachleute nennen das metabolische Inflexibilität.
Einordnung: Die Übersichtsarbeit fasst Studien an Menschen und Tieren zusammen und erklärt einen Zusammenhang.
ÜbersichtsarbeitKelley, D.E. & Mandarino, L.J. (2000). Fuel selection in human skeletal muscle in insulin resistance: a reexamination. Diabetes 49(5), 677-683. Quelle öffnen
In Muskelproben von Menschen mit Typ-2-Diabetes waren die Mitochondrien (die Kraftwerke der Zellen) kleiner und arbeiteten schwächer als bei schlanken Menschen. Bei Übergewicht ohne Diabetes zeigte sich das teilweise.
Einordnung: Vergleich von 30 Personen. Er zeigt einen Zusammenhang, keine Ursache.
BeobachtungsstudieKelley, D.E. et al. (2002). Dysfunction of mitochondria in human skeletal muscle in type 2 diabetes. Diabetes 51(10), 2944-2950. Quelle öffnen
Ein Kilogramm Skelettmuskel verbraucht in Ruhe rund 13 Kilokalorien am Tag. Leber, Gehirn, Herz und Nieren verbrauchen je Kilogramm ein Vielfaches davon.
Einordnung: Mehr Muskel erhöht den Ruheumsatz also nur moderat. Der Kurs sieht den größeren Nutzen von Muskulatur beim Zucker- und Insulinstoffwechsel.
BeobachtungsstudieWang, Z. et al. (2010). Specific metabolic rates of major organs and tissues across adulthood: evaluation by mechanistic model of resting energy expenditure. Am J Clin Nutr 92(6), 1369-1377. Quelle öffnen
Ketonkörper wie Beta-Hydroxybutyrat bildet die Leber aus Fett, wenn wenig Glukose verfügbar ist, etwa bei langem Fasten, langer Belastung oder ohne Kohlenhydrate in der Nahrung. Sie sind Brennstoff und zugleich Signalstoff.
Einordnung: Eine Übersichtsarbeit zu Mechanismen. Daraus folgt keine Empfehlung für eine ketogene Ernährung.
ÜbersichtsarbeitNewman, J.C. & Verdin, E. (2017). β-Hydroxybutyrate: A Signaling Metabolite. Annu Rev Nutr 37, 51-76. Quelle öffnen
Wo diese Übersicht endet: die Arzt-Grenze
Diese Übersicht vermittelt Wissen aus Studien und von Behörden. Sie ersetzt keine ärztliche Beratung, keine Diagnose und keine Therapie.
- Wenn du Beschwerden oder Vorerkrankungen hast, Medikamente nimmst, schwanger bist oder stillst: Sprich Änderungen bei Ernährung, Fasten, Training oder Nahrungsergänzung vorher mit deiner Ärztin oder deinem Arzt ab.
- Laborwerte und Messergebnisse beurteilt deine Ärztin oder dein Arzt. Diese Übersicht nennt keine Referenzbereiche und deutet keine Werte.
- Ob du ein Präparat brauchst und wie viel, klärst du ärztlich oder in der Apotheke. Höchstmengen stehen im Kurs, mit Quelle.
- Medikamente gegen Diabetes, Blutverdünner oder Schilddrüsenhormone: Ernährung, Fasten und Präparate nur ärztlich abgestimmt umstellen.
- In Schwangerschaft und Stillzeit stimmst du Training und Ernährung mit Frauenärztin, Frauenarzt oder Hebamme ab.